Beispiele zur Zoneneinteilung ▪ Hinweise ▪

2. Flüssiggasanlagen (Mehrflaschenanlagen) im Freien

2.1 Mehrflaschenanlage
Eine Mehrflaschenanlage ist eine Anlage, bei der die Gasentnahme aus mehr als einer Flasche gleichzeitig erfolgen kann (Abb. 6).

2.1.1 Mehrflaschenanlage mit 2 bis 6 Flaschen

Abb.6: Beispielhafte Mehrflaschenanlage


→ Es ist eine Zone 2 vorhanden.
Die Zone 2 befindet sich mit einem Radius r = 0,5 m um jede Anschlussstelle und kegelförmig bis zum Boden, am Boden r = 1 m.


Begründung:
Beim Flaschenwechsel einer Mehrflaschenanlage mit 2 bis 6 Flaschen tritt insbesondere das im Leitungssystem befindliche Gas aus. Es werden deutlich mehr als 10 Liter explosionsfähige Atmosphäre (→ Gas-/Luftgemisch) - also gefährliche explosionsfähige Atmosphäre - unter atmosphärischem Druck freigesetzt. Somit ist eine Zone vorhanden. Da die gefährliche explosionsfähige Atmosphäre jedoch nur kurzzeitig auftritt, ist auch „nur“ eine Zone 2 vorhanden.

Zone für Mehrflaschenanlage mit 2 bis 6 Flaschen siehe Abb. 7.

Abb. 7: Zone für Mehrflaschenanlage mit 2 bis 6 Flaschen im Freien


2.1.2 Mehrflaschenanlage mit 2 bis 6 Flaschen im Flaschenschrank

→ Es ist eine Zone 1 im Innern des Flaschenschrankes vorhanden.

→ Es ist eine Zone 2 in der Umgebung mit einem Radius r = 0,5 m um den Flaschenschrank bis Oberkante Flaschenschrank vorhanden.


Zone für Mehrflaschenanlage mit 2 bis 6 Flaschen im Flaschenschrank siehe Abb. 8.

Abb. 8: Zone für Mehrflaschenanlage mir 2 bis 6 Flaschen im Flaschenschrank im Freien


Begründung:
Anlehnend an Beispiel 2.1.1 werden beim Flaschenwechsel einer Mehrflaschenanlage mit 2 bis 6 Flaschen im Flaschenschrank deutlich mehr als 10 Liter explosionsfähige Atmosphäre (→ Gas-/Luftgemisch) - also gefährliche explosionsfähige Atmosphäre - freigesetzt. Somit ist eine Zone vorhanden.

Zum Zeitpunkt des Flaschenwechsels tritt gelegentlich eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre im Innern des Flaschenschrankes auf. Folglich ist im Flaschenschrank eine Zone 1 vorhanden.

Zum Flaschenwechsel muss die Tür bzw. müssen die Türen des Flaschenschrankes geöffnet werden. Dadurch wird beim Flaschenwechsel auch Gas bzw. ein Gas-/Luftgemisch außerhalb des Flaschenschranks austreten. Außerhalb des Flaschenschranks tritt - insbesondere aufgrund der vermutlich schnelleren Vermischung mit der Umgebungsluft - gefährliche explosionsfähige Atmosphäre grundsätzlich nur kurzzeitig auf. Somit ist außerhalb des Flaschenschrankes auch „nur“ die Zone 2 vorhanden.

Hinweis:
Wenn der Flaschenschrank
  • gasdichte Wände (Seitenwände, Rückwand) besitzt oder
  • gasdicht an einer Wand (z. B. Flaschenkasten-Rückwand an einer Hauswand mit gasdichten Seitenwänden) aufgestellt ist,
kann außerhalb dieser Wände die Zone 2 entfallen. Es wäre dann jeweils „nur“ noch eine Zone 2 im Türbereich vorhanden.


3. Lagern und Bereithalten von Flüssiggasflaschen in Räumen und im Freien

Voraussetzung:
Flaschen sind gegen Umfallen oder Herabfallen zu sichern und stehend zu lagern bzw. bereitzuhalten. Die Flaschenabsperrventile müssen fest verschlossen und mit den vorgesehenen Schutzeinrichtungen versehen sein (z. B. Ventilschutzkappen, gegebenenfalls Verschlussmuttern).

Flaschen sind grundsätzlich nicht in Räumen unter Erdgleiche zu lagern und bereitzuhalten.

Flaschen zum Vorrat dürfen höchstens in der gleichen Anzahl an den Stellen bereitgehalten werden, an denen Flaschen zum Entleeren angeschlossen sind.

3.1 Flasche(n) in ausschließlich ungeöffnetem Zustand

→ Es ist keine Zone um die Flasche vorhanden.

Begründung:
Bei dieser Betrachtung wird zu Grunde gelegt, dass die Flaschen bzw. die Flaschenabsperrventile
  • im Füllwerk auf Dichtheit geprüft,
  • sachgemäß transportiert werden,
  • keine sichtbaren Mängel aufweisen und
  • noch nicht zum Entleeren angeschlossen wurden.

3.2 Flasche(n) (teilentleerte, leere ungereinigte) mit geschlossenem Flaschenabsperrventil

→ Es ist keine Zone bei nachgewiesener Dichtheit des Flaschenabsperrventils vorhanden.

Begründung:
Die Dichtheit des Flaschenabsperrventils wird durch Prüfung mit z. B. schaumbildenden Mitteln (Lecksuchspray) nachgewiesen (Abb. 9). Dies gilt sowohl für teilentleerte sowie für entleerte ungereinigte Flaschen. Die Dichtheitsprüfung des geschlossenen Flaschenabsperrventils ist umgehend nach jedem Trennen von einer Flüssiggasanlage durchzuführen.

Abb. 9: Beispielhafte Dichtheitsprüfung mittels Lecksuchspray; die Dichtheitsprüfung ist mit auf dem Flaschenabsperrventil aufgeschraubter Verschlussmutter durchzuführen.


Hinweis:
Entleerte ungereinigte Flaschen enthalten Restgas. Daher kann bei nicht komplett geschlossenem Flaschenabsperrventil Gas austreten.